Im Jänner 2000 bekam ich als Herausforderung für das neue Jahrtausend die Nachricht einer scheinbar unheilbaren Krankheit. Mit der Diagnose HCV positiv (Hep. C) wurde ich im Wiener AKH entlassen, nach Hause geschickt mit dem Wissen noch 10 – max. 15 Jahre zum Leben zu haben. Zur damaligen Zeit war laut den “Göttern in Weiss” keine Heilung möglich.
Ich beschloss mein Leben zu geniessen, für die noch verbleibende Zeit. Ich ging viel arbeiten, verdiente gutes Geld und bereiste einige schöne Länder, denn ich wollte doch wenigstens etwas von der schönen Welt gesehen haben bevor ich sterben musste.
Im Jahr 2003 kam eine Wendung – auf Drängen meiner Eltern erklärte ich mich bereit eine Therapie zu versuchen. Schliesslich hatte die Medizin ja auch nicht stillgestanden und es war eine neue (?) schulmedizinische Therapie zur Behandlung von HCV am Markt. Nachdem ich von Wien in die Schweiz nach Zermatt gegangen war, sah ich mich nun wieder in Vorarlberg, meiner Heimat in der Obhut eines wirklich kompetenten Arztes, (Vielen Dank an dieser Stelle an Dr. Gebhard Lingg) der jedoch sehr offen und realistisch war. Meine Heilungschance lag im Endeffekt bei 5% auf Grund eines sehr speziellen Genotypen der Infektion. Doch es war eine Chance!
Fast zeitgleich lernte ich durch einen sehr lieben Menschen kennen. Er praktizierte gelegentlich JSJ – Selbsthilfe und machte mir das Geschenk einer “Behandlung”. Ich wurde also “geströmt” und war begeistert von der Wirkung – wollte das auch lernen und so kam es zu meinem ersten Selbsthilfekurs.
Während der Zeit der Therapie, die mir körperlich ziemlich zusetzte, strömte ich mich täglich und war durch die unterstützende Kraft von Jin Shin Jyutsu in der Lage einer Vollzeitbeschäftigung im Service nachzugehen. Gleichzeitig veränderte sich meines Wesen, eine Transformation auf vielen Ebenen wurde duch das Strömen eingeleitet. Nach und nach wurden diese Prozesse die im Inneren begannen auch im Aussen sichtbar, soll heissen, mein Körper begann sich zu verändern. Minimal dennoch merklich.
Meine Therapie zog sich über 18 Monate – und ich wünsche niemandem so etwas durchstehen zu müssen – doch irgendwie war ich danach wie neu geboren. Ein zweiter Geburtstag! Und von wegen unheilbar, ich hatte einfach etwas zu lernen, und das tat ich. Zwar hatte ich noch ca. ein halbes Jahr “Entzugserscheinungen” von den starken Medikamenten doch mein Körper und mein Geist waren sich einig: das wäre jetzt eine Kleinigkeit mit der noch fertig zu werden ist, haben wir doch so viel erreicht.
Fazit meiner ersten Strömerfahrungen ist, ich habe so viel Kraft und Energie in einer sehr anstrengenden Zeit erfahren, dass ich gespannt war, wie sich diese einfache Art der Selbsthilfe auf einen GESUNDEN Organismus auswirkt. Ausserdem war Jin Shin Jyutsu in diesen eineinhalb Jahren ohnehin vollkommen in meinen Alltag eingebunden.
Heute blicke ich zurück und weiss, was ich zu lernen hatte. Das Strömen ist heute mehr denn je wichtiger Bestandteil meines Lebens, ich wende Jin Shin Jyutsu täglich zur Selbstwartung an und freue mich, mein Wissen und meine Erfahrungen die ich inzwischen machen durfte, in Selbsthilfekursen weiterzugeben.
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